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verfluchter dreck, bin ich so dumm und unwichtig wie ich mich fühle? ich will REISEN, die welt und mich selbst finden, ohne einen gedanken zu verschwenden.

 wenn mir niemand zuhört, rede ich einfach mit mir selbst, wenn ich fahrrad fahre.

2 Kommentare trytoimagine am 29.9.11 22:46, kommentieren

BOLIVIEN V // Bericht fuer die Schuelerzeitung.

Bin hier in Bolivia seit mehr oder weniger 4 Monaten. Kann es kaum fassen, dass dementsprechend nurnoch  7 Monate bleiben. Seit zwei Wochen/Anfang November ist die Schule vorbei, faengt erst in 11 Wochen, im Februar  wieder an. Deshalb kann ich mir jetzt die Zeit nehmen eine Mail an die sz zu schreiben.
Bolivien ist eins der aermsten Laender Suedamerikas. Es ist ungefaehr drei Mal so gross wie Deutschland und hat ein Zehntel der Einwohner, von denen etliche in totaler Armut leben.  Es ueberflutet den Reisenden mit Eindruecken, die er in Deutschland nie machen wuerde und die er vielleicht garnicht erleben will.
An und fuer sich ist das Land wunderschoen und sehr abwechslungsreich. Auf 4000 Metern Hoehe liegt La Paz. Die Stadt ist inoffiziell Hauptstadt, seitdem der Kokabauer Evo Morales gegen die alte Regierung aufbegehrt hat und sich, nach Protesten gegen ein Vebot des Kokaanbaus, der die Lebensgrundlage fuer etliche Menschen bildet von der Volksmehrheit zum Praesidenten waehlen liess und den Regierungssitz dorthin verlegte. Evo Morales wuchs in schwerster Armut auf und hat  die Schule bis zur 6 Klasse besucht. Trotz des scheinbar unfruchtbaren Umlandes blueht die Metropole. Zwei Millionen Menschen (etwas mehr als in Hamburg) leben dort. Wenn man durch die Stadt laeuft gehoeren zu den praegendsten Bildern die etlichen „Cholitas“, die indigenen Frauen, die in merkwuerdigen Roecken und mit schiefen Bowlerhueten alles verkaufen. „Komm, wir fahren auf den Schwarzmarkt. Klopapier kaufen.“ Dort ist es wohl am billigsten. Man kann sich auf der Strasse Markenklamotten, Unterwaesche, Kaugummi, Mittagessen, Schmuck, Fruechte, Shampoo und auch Autos besorgen. An jeder Strassenecke stehen maskierte Gestalten, die sich ein wenig Geld durch Schuheputzen verdienen wollen. Durch ihre schwarzen Wollmasken schuetzen sie sich vor Diskriminierug. Andere, aeltere Menschen kauern auf den engen Buergersteigen und heben kraftlos ihre Hand, wenn jemand an ihnen vorbeigeht. Wirft einer der Gluecklicheren, Reicheren ihnen eine Muenze, einen Boliviano, der ungefaehr 10 Cent entspricht zu, koenne sie sich schon fast ihr Mittagessen leisten, das ungefaehr 30 Cent kostet, wenn man es an einem Strassenstand kauft. Allerdings geht man dann das Risiko ein, Hundefleisch serviert zu bekommen. Auf den gefuellten Strassen dirigieren Jugendliche, die sich ein paar Bolivianos verdienen wollen in Zebrakostuemen den Verkehr. Zu jedem Haus gehoert auch ein kleiner Laden, der etwas verkauft. Das Touristische Zentrum bilden die Strassen um die Kathedrale San Francisco, die den Hexenmarkt beinhalten, auf dem es neben etlichen Amuletten auch die fuer den Hausbau noetigen getrockneten Lamaembrios zu kaufen gibt. Man sagt, die Baufirmen arbeiten nicht, wenn nicht unter den Ecken des Hauses Suessigkeiten und eben diese Lamaembrios vergraben werden. Das ist das Umfeld der reicheren Menschen. Nachts wenn man all die Lichter der Stadt sieht, wirkt sie beinahe europaeisch. Das wahre La Paz, das mehr als die Haelfte der Einwohner der Stadt beinhaltet, ist schon fast eine andere Metropole, traegt den Namen „el Alto“. Der Temperaturunterschied zwischen el Alto und La Paz schoenerer Seite betraegt bis zu zehn Grad Celsius. Denn der Hoehenunterschied zwischen dem niedrigsten, reichsten Haus und der hoechsten, aermsten Baracke auf 4100 metern betraegt gut 1000 Meter. So wohnt der reichere Teil der Bevoelkerung in der Waerme der nierdrigeren Zone. „Wir halten jetzt nicht mehr an bis wir el Alto verlassen haben. Schliesst die Tueren ab!“ erklaerte der Taxifahrer, als er abends die Gruppe aus dem Flughafen in el Alto vorbei an indigenen Frauen, die zusammen mit den Strassenhunden im Muell nach Essen suchten in die tiefere Zone fuhr.
Zwei Stunden Busfahrt fuehren zum gigantischen Lago Titicaca, dem hoechsten beschiffbaren See der Welt, in dessen kalten Wasser die Isla del Sol und die Isla de la Luna mit den alten, halb verrotteten Heiligtuemern der Inka oder einer Vorkultur liegen. Auf den Inseln scheint es keine Zeit und keinen Fortschritt zu geben. Die einzigen Gerausche in der kargen Landschaft stammen von weidenden Lamas oder dem eisigen Wind. Von der Insel kann man an den Ufern des Sees sowohl die Berge Boliviens als auch die Perus sehen.
Von La Paz aus flacht das Land nach Suedosten hin ab, verlaeuft sich in den Teil, den ich kaum kenne, den ich nur kurz bereist habe. Dort liegen Tarija, Sucre, das offiziell Hauptstadt ist, Potosi, die ehemals reichste Stadt der Welt, in der in den von den Europaern ausgebeuteten Minen noch heute Kinder arbeiten um ihre Familien zu ernaehren, Cochabamba, die Stadt, in der ich meinen ersten Monat hier verbracht habe. Das, woran ich mich jetzt erinnere, wenn ich an die Stadt denke sind  die mit zerbrochenen Flaschen gespickten Mauern, die jedes Haus umgeben, der Souveniermarkt, die Autofahrten mit meinem Gastbruder, der Benzinpreis, der ungefaehr 30Cent pro Liter betraegt, das riesige Cinecenter, das in so einem krassen Gegensatz zu der Armut steht, die ich die ersten Tage meiner Reise in la Paz kennenlernte.
Ich verliess Cochabamba nach einer Reise in den Nationalpark Torotoro weiter im Sueden. Erst waehrend ich nach Torotoro fuhr, merkte ich, wie gigantisch das Land ist. Man kann stundenlang in eine beliebige Richtung fahren, findet nur winzige Doerfer, ein paar Kuehe, die mit einem simplen Strick am Strassenrand festgebunden sind, riesige, in der Trockenzeit ausgetrocknete Flussbetten im staubigen Land. Und etwa alle anderthalb Stunden Autofahrt auf unbefestigten Strassen aendert sich die Landschaft; wird immer bergiger und bunter.
Mit dem Bus faehrt man einen Tag von Cochabamba nach Santa Cruz, das recht zentral im Land gelegen ist. Die Landschaft wird trockener, steppenartiger, an den Wegraendern wachsen Orangenbaeume. Santa Cruz ist aussen wie ein gigantisches Dorf. Ein Dorf mit Palmdaechern, Feuerstellen, Plastikstuehlen. Je weiter man in die Stadt hineinfaehrt, desto mehr wandelt es sich von „Dorf“ in „Kleinstadt“ . Eine Mischung aus Suderburg und einem offenen, armen, verdreckten Doerflein, wie man es sich in mexicanischen Cowboyfilmen vorstellen koennte. Zumindest nach meiner Vorstellung von mexicanischen Cowboyfilmen. Auf den Zebrastreifen praesentieren Jongleure ihr Koennen, waehrend des Wartens an den Ampeln bieten Frauen Suessigkeiten an, auf der Plaza erhoffen Schuhputzer ein wenig Arbeit. Es gibt auch hier grosse, europaeisch anmutende Gebaeude, aber weil es voller Dreck und Sand ist und in den aeusseren Ringen der Stadt Kuehe und Pferde an der Strasse angebunden sind, wird Santa Cruz das „Dorf-Sein“ nicht los. Ich verbrachte dort meinen zweiten Monat, in dem ich versuchte mein Visum zu bekommen, wurde von den bolivianischen Behoerden zwischen etlichen Institutionen hin und her geschickt.
Und im Norden des Landes lebe ich. Von Santa Cruz aus faehrt man zwei Tage mit dem Auto, fuenf Stunden im Flugzeug. Setzte mich dort ins Flugzeug und flog ueber die Steppe hinweg in den „Jungle of  Beni“. Und als ich ankam schien ich mich in einer anderen Welt innerhalb der anderen Welt zu befinden, weil Riberalta, MEINE Stadt, so anders ist als La Paz und Cochabamba und auch Santa Cruz.  Der Flugplatz scheint die einzige geteerte Strasse in der ganzen Stadt zu sein. Riberalta liegt auf 144m Hoehe, hat 90000 Einwohner. Die Hitze ist unglaublich, die Jahresdmitteltemperatur (Tag UND Nacht) liegt bei 26,2 Grad Celsius. Der Himmel ist strahlend hellblau, die etlichen Palmen leuchtend gruen und alles andere terrakottarot. Der rote Staub der Strassen setzt sich auf die Haut, die Tapeten, die Moebel, das weisse Schuluniformshemd. Alles bewegt sich auch Motorraedern, 25% der Anwohner besitzen ein solches oder einen Roller. Die Moskitos sind meine besten Freunde und ich ihr Lieblingsgericht. Auf der anderen Seite des „Rio Beni“ gibt es nur Regenwald und nur selten glimmt dort im Dunkeln ein Licht eines der Boote auf. Im Wasser soll es Anakondas und Piranhas, in anderen Gebierten auch Krokodile und pinke Flussdelfine geben. In der Regenzeit die jetzt anfaengt soll es vorkommen, dass man im Haus Skorpione findet. Bisher sind mir in meinem Zimmer nur zwei 2x3 cm grosse Chulupis/Kakerlaken begegnet, die aus der Kueche in mein Zimmer ziehen wollten und eine Eidechse. Und viele Spinnen und tausend aetzende Moskitos.
Normalerweise gehe ich von 8 bis 6 Uhr in die Schule, esse zuhause mit meiner riesigen Familie (drei dreissigjaehrige Schwestern mit Ehemaennern und Kindern, meine Gasteltern). Schuluniform ist mir tatsaechlich sympathisch obwohl sie grottenhaesslich ist (schlammgrauer Rock mit weissem Shirt), weil ich mir keine Gedanken ueber Kleidung machen muss. Der Modegeschmack hier ist graesslich, beschraenkt sich weitestgehend auf „rosa und glitzernd“. Jeden Morgen in der Schule wird 15 Minuten aus der Bibel gelesen. Wer keine Bibel mitbringt, sich schminkt, seine Fingernaegel anmalt, seine Schuluniform nicht anzieht, aus der Reihe tanzt, bekommt Punktabzug. Meine Schule ist eine evangelische Privatschule, die beste Schule der Stadt. Das bedeutet, dass sie, soweit ich das denn beurteilen kann, nur ein, zwei Jahre hinterherhinken. Meine Mitschueler sind wundervoll und den deutschen Jugendlichen sehr aehnlich. Nach dem Abendessen holen sie mich ab und bis um elf Uhr verbringen wir die Zeit damit, mit dem Motorrad um die Plaza zu fahren. Im grossen und ganzen ist das mein Tag. Am Wochenende wird in der Disco getanzt, zum Fluss oder zu einem See gefahren um zu schwimmen.
Es gibt keine Waschmaschinen, dafuer eine Waschfrau, die einmal pro Woche kommt, ansonsten waescht das Dienstmaedchen oder die Dienstfrau meine Schuluniform. Unterwaesche waschen ist doof. Die Rolle von Maschinen (Geschirrspueler, Waschmaschine) uebernimmt hier also die aermere Schicht. Das Dienstmaedchen, dass hier seit letzter Woche beiweilen arbeitet ist 13 Jahre alt. Immerhin geht sie in der Schulzeit zur Schule.
Ich denke, dass Einpraegsamste was ich hier erlebt habe, waren zwei Wochen die ich in einem Kinderheim mitgeholfen habe. Hier wo ich lebe ist die Armut nicht so offensichtlich wie in la Paz. Dort schlafen die Strassenjungen in den offenen Schubladen der Friedhoefe in denen normalerweise die Toten liegen, weil es dort ein bisschen waermer ist (die Friedhoefe hier sind wie Schraenke in denen die Verstorbenen verstaut werden) und die kleinen Kinder der Strasse sind bereits „Kleberabhaengig“, weil ihre Muetter diese billigste Droge schnueffeln waehrend sie die Babys stillen.
(Coca ist die Pflanze aus der Kokain gewonnen wird. Innerhalb Boliviens ist es legal zu erwerben, wird vor allem im Hochland auf den Maerkten als Teezutat angeboten. Werden die getrockneten Blaetter gekaut, helfen sie gegen Erschoepfung und die Hoehenkrankheit. Es wird vor allem von den „Indigenas“ in bei schwerer Arbeit in den Minen oder auf den Aeckern konsumiert.)
Europa ist sooooo langweilig. Und so schoen sauber.
Quellen: der Alltag, die Augen.                              25.11.2010

1 Kommentar trytoimagine am 7.1.11 00:55, kommentieren

Bericht fuer die Schuelerzeitung.

trytoimagine am 7.1.11 00:54, kommentieren

"warum schreibe ich meinen blog?" oder "lu"

ja, das wird ein kurzer eintrag.

ich glaube, ich schreibe meinen blog nur, weil ich weiss, dass lu ihn liesst. manchmal auch weil mir langweilig ist oder ich mir ueber mein leben klarwerden will, aber letztenendes waere es doch uninteressant, weuder ich nicht wissen, dass eine intelligente, sympathische person meine eintrage liesst, sie kommentiert, und trotzdem den blog von den alltaeglichen begegnungen trennt. ausserdem macht es mir spass, ihren leicht sarkastischen blog zu lesen, mich darueber zu freuen, dass alle probleme eigentlich garkeine prolbeme sind, sondern nusr eine beschaftigung gluecklicher kinder wohlhabender eltern.

also ist es eher so etwas wie ein teekraenzchen zu zweit mit ein paar anonymen zuschauern. warum nciht, ist doch witzig xD <3

4 Kommentare trytoimagine am 29.10.10 06:22, kommentieren

BOLIVIEN part IIII - nie wieder nach hause! ?

hahaha, ich bau mir hier eine wellblechhuette und lebe fuer immer hier. das klima laesst das ja ohne probleme zu und auch die kosten sind nicht so das problem. in der regenzeit brauche ich nicht einmal eine dusche. ausserdem kann ich einfach in den fluss springen um zu baden und mich dabei von den tieren fressen lassen<3

ich liebe die stadt, ich liebe die leute, meine mitschuler, meine familie. ich liebe die landschaft. ich liebe es, mit meinen mitschulern nach der schule um die plaza zu fahren, mit dem motorrad zum fluss, dort in klamotten zu baden, mich dann mit ihnen wieder aufs motorrad zu schwingen und getrocknet zuhause anzukommen. ich liebe es, mir fuer 10 cent eine packung kekse zu kaufen, ich liebe es, meine mitschueler zu beobachten. so wundervolle menschen. wenn pamela mich wieder sinnlos in die schulter beisst, wenn david irgendetwas zeichnet, alfi schach spielt, milton scheinbar durch den tisch mit seiner perfekten koerperkoordination laeuft, kevin auf den drei freien stuehlen in der letzten reihe schlaeft, kaori, sofern sie zur schule kommt, sich mit yayeth unterhaelt und mit diana unser naechstes wochenende plant, wenn die vorderste reihe scheinbar fasziniert einen film ueber fische guckt, waehrend die hinteren reihen papier in den ventilator werfen und sich um den lolli pruegeln. jetzt grade bin ich in la paz. nur fuer eine woche, aber ich glaube spaetestens morgen werde ich meine klasse vermissen. so wundervoll. hmm... in meinem kurs gibt es ein paar attraktive jungen,

die direktorin hat mir in deutsch erklaert, ich muesse im unterricht mitarbeiten. ich glaube ich werde einfach unauffaelliger "nichts tun", obwohl der unterricht beiweilen wirklich interessant ist und ich die faecher wie psychologie, chemie, physik, mathe, philosophie auch tatsaechlich mitverfolge solange es nicht einfach nur darum geht zehn mal den selben aufgabentyp zu loesen. mal sehen.

fast jeden tag nach der schule lasse ihc mich von mitschuelern abholen, fahre um die plaza, eis essen, refresco trinken, irgendwohin. ich muss mir unbedingt einen sport suchen...

 ich liebe es, ausfluege an den "lago tumichucua" oder nach "aquiles" oder an den strand am fluss oder nach guayaramerin zu machen. es gibt mir ein wunderbares gefuehl von geborgenheit und zugehoergkeit, auf dem motorrad hinter einem freund oder im auto mit meinen mitschulern zu sitzen, in die roten staubwolken zufahren, ein lied zu singen, sich zu unterhalten, die anwesenheit der anderen und die wildheit der natur um mich herum auf den unbefestigenten, vom wald gesaeumten strassen zu spueren. am schoensten ist es, in der daemmerung nachhause zu fahren und sich dabei schon auf den naechsten ausflug zu freuen.

jetzt grade bin ich in la paz der hoechsten gross-(und haupt- (?))stadt der welt. la paz liegt auf 4100 bis 3100 metern ueber dem meeresspiegel. das atmen faellt hier beiweilen schwer und sport (=strassen hochlaufen (neigungswinkel 30·?) gestaltet sich als schwierig. die stadt ist ziemlich schoen, hat ihren eigenen "nicht-europaeischen" flair. wenn man nachts vom "el alto", dem hoehegelegenen teil, auf die stadt hinunterschaut, hat man durch die vielen lichter ein wirkliches grossstadtgefuehl, aber wenn man tagsueber durch die gegend laeuft, merkt man den unterschied zwischen deutschland und bolivien mit jedem blick. ueberall gibt es schuhputzer, im boden sind loecher, die stromleitungen haengen kreuz und quer durch die gegend, die autos fahren scheinbar ohne verkehrsregeln. eine andere welt eben. ich denke morgen kann ich auf den markt gehen und mir wieder fuer spottpreise einen warmen lamapulli gegen die kaelte hier, eine gitarre, ein paar sopuveniers fuer meine leute in deutschland und auch hyier in bolivien zu kaufen und mich wieder zu fragen, wie die menschen hier von solchen spottpreisen leben koennen. das durschnittseinkommen soll hier 150 - 200 $ pro monat betragen. in deutschland ist es 10' mal so viel, wenn ich mich richtig erinnere. schon krass. und so viel billiger sind die dinge hier auch nicht. aber es kommt wohl immer auf das stadtviertel und den markt oder was auch immer an. uebermorgen fahre ich mit der austauschorganisation zum "lago titicca" und damit vermutlich auch zu den incaruinen die es hier gibt. mal sehen wie das wird.

macht auf jeden fall auch IRGENDWAS im ausland!

gute nacht. (in bolivien: 00:05, in deutschland: 05:05)

liebe und so.

3 Kommentare trytoimagine am 29.10.10 06:06, kommentieren

BOLIVIEN PART III

ich bin jetzt letzte woche endlich hier in riberalta angekommen und es ist wirlihc sehr schoen hier. ich war dann auch gleich den donnerstag in der schule, aber von der hitze bin ich direkt freitag total krank geworden.. ihr koennt euch garnicht vorstellen wie heiss es hier ist... gestern waren es 40 grad im schatten... xD und ihr wisst nciht, wie es ist, krank zu sein, wenn niemand da ist, der sich um euch kuemmert. keine mama, kein papa... selbst meine gasteltern kommen erst in 10 tagen nach. ich war ( und bin ) also mit meinen schwestern allein zuhause... es ist einfach schrecklich, niemanden zu haben, der einem ein gefuehl von geborgenheit gibt. ich haber dann bis samstag abend durchgeschalfen und es ging mir total schlecht.... dann bin ich sontag an einen see gefahren, aber ich hatte (das erste mal richtig nach 2 1/2 monaten hier im niemansland) heimweh. ihr wisst nicht, was man an deutschland alles vermissen kann. das faengt bei der familie und den freunden an und hoert bei der groesse des spiegels oder der beschaffenheit des bettlakens auf... so ein dreck... ich habe geweint ( vermutlich das erstaml richtig seit gefuehlten 10 jahren... ) und mich schlecht gefuehlt, aber dann am montag habe ich unter all den netten mitschuelern meine erste richtige freundin gefunden (nach ... 2 schultagen... =D  ). sie war dann einfach da und hat mir ein tagebuch geschenkt, weil ich ihr tagebuch sehr schoen fand... und dann haben wir nebeneinander gesessen und ich habe ihr erzaehlt, ich wuerde meine heimat vermissen und sie hat mich  getroestet... wie ein wunder um dass ich noch am vorabend gefleht habe. ich sitze hier grade neben ihr im internetcafe.... (sie heisst yayeth.) nichtsdetsotrotz mache ich mir die ganze zeit unbegruendet sorgen um meine familie in deutschland. un dennoch geht es mir jetzt mittlerweile schon wieder viel besser, wenngleich ich jetzt alle buecher durchgelesen habe und mir, sofort wenn ich allein bin langweilig wird und ich dann wieder anfange heimweh zu bekommen... ach man, warum muesst ihr denn alle so weit weg sein... auf jeden fall treffe ich mich jetzt schon ab und an ( nach nur einer woche (ziemlaihc genau) mit meinen mitschuelern. heute war ich mit ihnen schwimmern, gestern war ich mit yayeth in der stadt unterwegs und sie hat mir den fluss und das meiste sehenswuerdige gezeigt. stellt euch vor: ihr steht am ufer eines riesigen flusses. in der nacht kannst du ihn nicht sehen, weil es nirgends lichter gibt. alles licht ist hinter dir. du schaust von einem erhoehten gelaender auf den fluss herab und denkst :" was da wohl alles fuer viecher drin sind".... und tatsaechlich soll es dadrin schlangen und irgendwie ALLES geben. und dann hebst du den blick und siehst das andere ufer. und vom dunklen wasser streifen deine augen die baeume bs hin zu ihren baumkronen. denn auf der anderen seite des flusses ist der urwald. ohne lichter. unberuehrt und wild.

 

das ist soooooo geil... ich will da unbedingt iurgendwann (vermutlch nur kurz) rein... es ist hier total schoen. ueerall gibt es baume. es gibt sozusagen keine autos, dafuer faehrt einfach JEDER motorrad. (so wie meine 14-jaehrige cousine, die meint sie haette autofahren mit 7 jahren gelern.. hier kann ich mir das sogar vorstellen...)¡

ich muss jeden tag von 8 uhr morgens mit 2 stunden mittagspause bis 6 uhr abends zur schule gehen... darfuer ist die shcule hier verdammt licht... nur mittwochs kann ich um 11 uhr nachhause...

ach, dreck, ich liebe das hier, aber gleichzietig wuenscheich mir zuhause zu sein...

morgen treffe ich mich mit der klasse um ein theaterstueck zu lernen (bei dem ich zum glueck nciht mitspielen muss) und danach machen wir eine kleine pyjamaparty und gehen vermutlich auch in die disco um zu tanzen (nur das...) -->.. der alkoholkonsum ist hier ziemlich gering... einige maedchen hier ( oder viele) haben noch nie wirklich alkohol getrunken, obwohl zie zu den "tollen cliquen" gehoeren...

die schule ist hier seeehr langweilig aber da ich ohnehin die meiste zeit damit verbringe mich mit irgendwelchen lueten zu unterhalten faellt das nicht allzusehr ins gewicht. die lehrer nehmen es einfach hin, wenn sihc die komplette klasse nciht am unterricht beteili8gtm, reden stur weiter und sammeln am ende die gestellten aufgaben ein.

die schuluniform bestht aus einem rock und einem weissen shirt mit "maranatha"-aufdruck. und das hemd muss in der hose oder dem rock getragen werden...  jeden morgen wird 15 minuten in der bibel gelesen und gebetet. ich weiss nicht, obes negativ ist dass ich keine spanische bibel besitze... xD

ich mussa jetzt anfangen spanische buecher zu lesen um mir die zeit zu vertreiben, aber eigentlich ist zum lesen kaum zeit, weill ich, wenn ich denn mal keine schule habe bisher jeden tag ausgegangen bin oder es tuen werde (dieses wochendende:  pyjamaparty, dico, tanzen (???), an einem wundershoenen see schwimmen gehen, in den zirkus gehen (all das nur mit eminen neuen freunden hier... (wuuh (nach nur eriner woche (fast genau!))). und heute war ich mit ein paar mitschulern im privatpool der luftwaffe schwimmen, weil der vater eiones freundes commandant der einheit ist...)

 geilgeilgeil... wenn nur meine familie und freune auch hier waeren... xD

ich freue mcih zwar auf meie rueckkehr, aber ich werde die zeit hier sicherlich(!) geniuessen!

 --> disfrutamos la vida!!!

ich glaube ich lasse mir ohrloecher stechen.. so als bolivienerinnerung...  

trytoimagine am 2.10.10 02:59, kommentieren

BOLIVIEN part II

okay...

geil geil geil!

jeder der irgendwie mal aus seinem gammeligen kaff rauskommen will, sollte (meiner meinung nach) ins ausland gehen.

ich habe jetzt alles materielle zurueckgelasse. mein habe beschraenkt sich auf meinen koffer mit <20 kilo inhalt: klamotten, plueschtier, schlafsachen, paar medikamente, (keine gastgeschenke mehr), deutschlandflagge, handy, mp3player, ladekabel, fotoapparat, 4 buecher, bisschen geld, adressbuch, tagebuch. schluss.

das gefuehl sich einfach mal von allem zu tr5ennen ist total geil! zu bemerken, dass alles materielle eigentlich nur eine last ist, die man zuruecklassen kann ist unglaublich befreiend.

wenn cih wieder zuhause bin, verschenke cih den inhalt meines zimmers. bitte melden, wer was haben will<3

 

ich esse hier merkwuerdige sachen (kuhherz und kuhzunge schmecken ekelhaft) (die ganzen merkwuerdigen fruechte sindtotal geil, die fruchtsaefte genauso). das bier hei'sst hier cerveza<3 und wird in 1 liter flaschen aufbewahrt, die discos sind sehr belebt und als anmache wird einfach gefragt, ob man tanzen wolle ("¿quieres bailar?", wobei ich als blonde das ziemlich oft von irgenwelchen leuten zu hoeren bekomme.

ich habe die metalszenen in la paz, santa cruz und cochabamba gefunden; in mehr staedten war cih ncoh nciht. ( wobei das aber fuer zwei wochen schon ziemlich gut ist).

ich wurde von einer taube angeschissen... aufs handgelenk. ich hoffe einfach mal, dass das glueck bingt... xD

bolivien ist einfach anders. hier laufen die kuehe durch grossstaedte, am zebrastreifen musst du den leuten erklaeren, dass du ihnen kein geld gibst, wenn sie dein auto putzen, die jongleure laufen ueber den zebrastreifen und halten den verkehr auf. hier wird im restaurant die rippe schon ml mit dem fleisch serviert, oder es wird einfach nur fleisch mit reis gegessen. die kleinkinder essen stadt babybrei zerhackte wuerstchen und man steht in der bank schonmal eine stunde an. um jedes reichere haus ist eine riesige mauer und die klos in den hotels sind (ziemlich) ekelhaft. man bekommt hier ein gutes m9ittagessen fuer ungefaehr einen euro und die autobahnen sind teilweis unbefestigt. die baeume wer4den hier aus dekorativen gruenden wei' angemalt. das mal dazu. mir faellt bestimmt nachher ncoh mahr merkwuerdiges ein.

 mein neues lieblingsgetraenk ist tamarindensaft, mein lieblingseis papayaeis. ich liebe ocoros und orangen (komplett bio natuerlich)

 dafuer ist das telefonieren fuer mcih verdammt teuer, weil ich micfh ncie mit skype beschaeftigt habe. ( zu mjeinem lkeidwesen)

ich wuerde gerne allen leuten schreiben, wobei cih dann aber 2 tage brauche wuerde und im internetcafe uebernachten muesste.

aber keine sorge, ihr hoert von mi9r. nicht depressiv werden wenn cih nicht sofort schreibe; das kommt spaeter.

 

ich habe euch natuerlich alle lieb und wuensche euch ales gute zum schulanfang. ich muss erst am 13.8. wieder hin. die sommerferien dauern hier 3 monate (november bis februar...) ich gruesse euch!

buenas dias! (spanisch ist doof!<3)

9 Kommentare trytoimagine am 31.7.10 21:06, kommentieren